EINGEWÖHNUNG


Kennenlernen

Der erste Kontakt zur Tagespflegeperson findet beim ersten Besuch statt. Durch weitere Besuche vor der eigentlichen Eingewöhnungsphase kann das Kind schon einmal die Tagespflegeperson näher kennenlernen und sich an sie und die Umgebung gewöhnen.

Die offizielle Eingewöhnungsphase beginnt mit dem ersten Betreuungstag und erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von sechs Wochen. Allerdings hängt der Zeitraum und die Intensität der Eingewöhnung vom Alter und der Persönlichkeit des Kindes ab. Wir gestalten die Eingewöhnung individuell und an den Bedürfnissen des Kindes orientiert.

 

In den ersten Tagen kommt das Kind gemeinsam mit einer vertrauten Bezugsperson in die Betreuung.
Das Kind darf die neue Umgebung erkunden, während die Bezugsperson anwesend bleibt und Sicherheit gibt.

Erste trennung

Der erste Trennungsversuch kann gewöhnlich nach ein paar Tagen gestartet werden. Dabei verlässt die Bezugsperson für eine kurze Zeit (15-30 Minuten) die Einrichtigung, bleibt aber in der Nähe und telefonisch erreichbar.

Reagiert das Kind gelassen oder lässt es sich schnell durch die Tagesplegeperson beruhigen, kehrt die Bezugsperson wie besprochen nach der vereinbarten Zeit zurück und holt ihr Kind ab.

 

Falls sich das Kind nicht so leicht trennen kann und sich über den Abschiedsschmerz hinaus nicht beruhigen lässt, wird die Zeit verlängert, in der die Tagespflegeperson und die Bezugsperson gemeinsam Zeit mit dem Kind verbringen. Hat dies ein paar Tage gut geklappt, wird ein neuer Trennungsversuch gestartet.

schrittweise ausdehnung

Die Trennungszeiten werden in den folgenden Tagen langsam verlängert. Das Kind lernt, dass es sicher ist und die Bezugsperson zuverlässig wiederkommt.
Nach und nach nimmt das Kind am normalen Tagesablauf teil und lernt die Strukturen, Regeln und Rituale der Gruppe kennen.

Die Tagespflegeperson wird mehr und mehr zur neuen Bezugsperson.

Abschluss der eingewöhnung

Abgeschlossen ist die Eingewöhnung, wenn das Kind die Tagespflegeperson als sicheren Hafen akzeptiert, sich trösten lässt und sich in der Gruppe wohl fühlt und aktiv am Gruppengeschehen teilnimmt.

 

Eine gelungene Eingewöhnung braucht Zeit, Geduld und Vertrauen.

Je ruhiger und verlässlicher dieser Start ist, desto sicherer fühlt sich das Kind im Alltag.

Jedes Kind bestimmt sein eigenes Tempo. Einen festen Zeitplan gibt es nicht.


tipps für eine gelungene eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist eine wichtige und sensible Phase für das Kind. Mit der richtigen Unterstützung der Eltern kann dieser Übergang gut gelingen. Die folgenden Tipps haben sich in der Praxis bewährt:

Zeit und Geduld einplanen
Für die Eingewöhnung sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Jedes Kind ist individuell und hat sein eigenes Tempo. Ein ruhiger, stressfreier Start erleichtert dem Kind das Ankommen.

 

Verlässlichkeit schaffen
Das Kind sollte möglichst regelmäßig und pünktlich gebracht werden. Feste Abläufe geben Sicherheit und helfen beim Aufbau von Vertrauen.

 

Abschiede klar gestalten

Die Bezugsperson sollte sich bewusst und liebevoll von seinem Kind verabschieden und ihm versichern, dass sie wiederkommt. Ein kurzes, klares Abschiedsritual ist für ein Kind leichter als langes Zögern.

 

Ruhe und Zuversicht ausstrahlen

Ein Kind spürt die Gefühle seiner Bezugsperson sehr genau. Wenn die Bezugsperson ruhig, zuversichtlich und positiv bleibt, überträgt sich diese Sicherheit auch auf das Kind.

 

Vertraute Dinge mitgeben

Ein Lieblingskuscheltier, ein Schnuller oder ein anderer vertrauter Gegenstand von zu Hause kann dem Kind in der neuen Umgebung Trost und Sicherheit geben.

 

Offen kommunizieren

Die Bezugsperson sollte mit der Tagespflegeperson offen über die Bedürfnisse, Gewohnheiten und Signale ihres Kindes sprechen.
Auch Fragen oder Unsicherheit dürfen jederzeit angesprochen werden.

 

Vertrauen wachsen lassen

Das Kind muss die Möglichkeit bekommen, langsam eine Beziehung zur Tagespflegeperson aufzubauen. Vertrauen entwickelt sich nicht von jetzt auf gleich, sondern Schritt für Schritt. Das darf eine gewisse Zeit brauchen.